mittenmang Freiwilligenzentrum

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 21.06.2006 Schleswiger Nachrichten

Mittenmang motiviert behinderte Menschen

Kreis Segeberg - Der Name ist Programm: Mittenmang. Nach dem plattdeutschen Wort für „zwischen allen“ heißt ein Freiwilligenzentrum Schleswig-Holstein, das Menschen motivieren will, sich und anderen zu helfen. Es baut auf ehrenamtliches Engagement, das behinderten Menschen zugute kommen soll. Doch auch körperlich oder geistig beeinträchtigte Leute setzen sich für Schicksalsgenossen ein. Das macht dieses Projekt einmalig.
Von Petra Stöver

Mittenmang hat im Kreis Schleswig-Flensburg bereits einige Teams zusammengespannt. Im Kreis Segeberg ist die Arbeit im Aufbau. Geschäftsführerin Dr. Nicole Schmidt hat ein Büro im Haus des Sports in Bad Segeberg bezogen, die benachbarte Jugendbildungsstätte Mühle steht für Begegnungen offen. Von hier aus werden Menschen, die sich engagieren wollen, an Leute mit Behinderungen vermittelt, die sich über freiwillige Unterstützung freuen würden.
Eine gutes Beispiel für das Funktionieren des Projekts zeigt Bärbel Kruse aus Schleswig. Die 60-Jährige wohnt erst seit sieben Jahren in einer eigenen Wohnung. Wegen einer psychischen Erkrankung verbrachte sie 25 Jahre in einer Fachklinik, vier Jahre lebte sie anschließend in einer WG. Mittlerweile ist die Schleswigerin so weit, dass sie eine 45-jährige, ebenfalls psychisch erkrankte Frau im Alltag unterstützt. „Die hat auch im Heim gewohnt und jetzt eine Wohnung. Ich helf‘ ihr beim Umzug, die Kartons ein- und auszuräumen“, schidert sie ihren Einsatz. Einmal pro Woche nimmt sie sich dafür zwei bis drei Stunden Zeit. Von Mittenmang hatte Bärbel Kruse bei ihrer Arbeit in der Küche der Tagesstätte „Brücke“ in Schleswig gehört. Nicole Schmidt brachte dann die beiden Frauen zusammen, die sich gut verstehen.
Auf ähnliche Erfolge hofft Mittenmang im Kreis Segeberg. Bärbel Kruse war wie gut 50 andere Gäste dabei, als die Arbeit mit einer Feier in der Mühle startete. Dabei hob der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Bürsch (Wahlkreis Neumünster/Plön) die Einmaligkeit dieses Projekts hervor. Er ist der Fachmann für bürgerschaftliches Engagement.
„Mittenmang hat eine Sonderstellung, weil hier erstmals der Versuch unternommen wird, dass Menschen mit Behinderungen sich selbst engagieren“, betonte er. „Hervorragend“ fand er es und hoffte auf eine „mitreißende Bewegung“. Landrat Georg Gorrissen riet dem „guten Projekt“ zur Geduld. Eine gute Mischung aus Sozialstaat und Behindertenpolitik sah Dr. Peter Zängl, der im Sozialministerium des Landes tätig ist.
Geleitet wird Mittenmang von Dr. Nicole Schmidt, einer Sozialpädagogin und Philosophin. Mit den Vereinen, die im Februar bei der Ehrenamtsmesse in Bad Segeberg dabei waren, tritt sie für mehr freiwilliges Engagement im Kreis Segeberg ein.

nordClick/sz vom 21.06.2006 SEGEBERGER Zeitung

 

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