Medienresonanz
22.02.2008 Schleswiger Nachrichten
Ein Kreishaus voller Ideen
Am Sonntag findet von 10 bis 17 Uhr die zweite Ehrenamtmesse statt
Schleswig/spa
Im Schleswiger Kreishaus stellen sich am Sonntag mehr als 70 Vereine, Verbände und Organisationen des Kreises mit informativen, witzigen und spannenden Aktionen vor und wollen so Lust aufs Ehrenamt machen.
Das Angebot ist vielfältig, die Liste der mehr als 70 teilnehmenden Vereine, Verbände und Organisationen könnte unterschiedlicher nicht sein. Da stellt sich ein Skiclub ebenso vor wie der Mädchenverein Zimtzicke, da steht vielleicht der Hospizverein neben dem Segelclub, da agiert die Kreisjugendfeuerwehr vis-à-vis des Sängerkreises und Sportvereine gesellen sich zu den Tierschützern.
Bei der Premiere im Jahr 2006 kamen landesweit mehr als 25 000 Besucher zu den einzelnen Veranstaltungen. Mehr als 1000 Vereine stellten sich vor und konnten so rund 5 000 Ehrenamtler neu gewinnen.
„Mal etwas neues ausprobieren, mal etwas mit anderen Jugendlichen tun, sich auch mal sinnvoll engagieren“, so lesen sich die Antworten, die Jugendliche geben, wenn sie nach ihrem ganz persönlichen Einsatz in Vereinen und Organisationen gefragt werden. Etwas anders sieht es bei Erwachsenen aus. Hier steht nicht nur der Spaß und die „Action“ im Vordergrund, sondern ihnen geht es vorrangig darum, etwas Sinnvolles auch für andere Menschen zu tun. Genau diese feine Nuance ist es, die es zu beachten gilt, wenn man nach der Ursache für manchmal fehlenden Nachwuchs in den Gruppen sucht.
Dr. Nicole Schmidt, Geschäftsführerin des jungen Vereins Mittenmang SH und im Organisationsteam der Ehrenamtmesse des Kreises, sieht hier noch eine vorrangige Aufgabe. Gerade das diesjährige Motto der Ehrenamtmesse im Kreis Schleswig-Flensburg „Jung und Alt engagieren sich...“ deutet darauf hin, dass im Freiwilligen-Engagement junge und ältere Menschen sich durchaus gemeinsam tätig werden können. Allerdings, so lautet der Rat der promovierten Philosophin Schmidt, sollten die Vereinsangebote und -inhalte „in jugendgerechter Art“ transportiert werden. Auch sollten Jugendliche heute ein gewisses Mitspracherecht erhalten. Wichtig beim Freiwilligen-Engagement seien Ansprechpartner.
Waren es einst meist Verwandte, die Menschen für das Vereinsleben gewannen, so gibt es diesen Automatismus nicht mehr. Im Trend liegen heute vielmehr projektbezogene Einsätze, die auch zeitlich begrenzt sein können. So könnten sich potentielle Interessenten zunächst einmal im Kreis aktiver Vereinsmitglieder bewegen, um auch das Innenleben der jeweiligen Gruppe besser kennen zu lernen. Für Vereine bietet sich auf dadurch die einmalige Chance, geeigneten Nachwuchs mit den inhaltlichen Kernthemen des jeweiligen Freiwilligen-Engagements ganz nebenbei vertraut zu machen. Wenn sie dann noch mitgestalten oder mitbestimmen dürfen, kann die Bindung an die Gruppe oder den Verein wachsen. Eine solche Verjüngung kann freilich auch zu veränderten Inhalten der Aktivitäten führen. Wenn „Alt und Jung“ miteinander im Gespräch bleiben, dann ist Leben im Verein. Mehr zum Thema im Internet unter: www.ehrenamtmessen.de.
Susanne Panozzo
