mittenmang Freiwilligenzentrum

Medienresonanz

 

 28.11.2008 Flensburger Tageblatt, Schleswiger Nachrichten, Schleibote

Etat ausgeschöpft: Kein Geld vom Kreis für „mittenmang“

Freiwilligenzenrum muss Finanzierungslücke von 18 600 Euro stopfen
Schleswig-Flensburg/ hg

Sie hätten so gern geholfen, doch die angespannte Haushaltslage ließ es nicht zu. So konnten die Mitglieder des Sozialausschusses den Vertretern des Freiwilligenzentrums „mittenmang“ zwar ihre Hochachtung aussprechen, aber nicht einmal das Geld für eine symbolische Anerkennung war drin – geschweige denn die beantragte Fördersumme.

Nicole Schmidt, Geschäftsführerin von „mittenmang“, und Mitglieder ihres Freiwilligenteams verließen die Ausschusssitzung mit leeren Händen und in dem Wissen, eine Finanzlücke von 18 600 Euro nun auf anderem Wege stopfen zu müssen.

Im Rahmen des Bundesmodellprojekts „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“ des Bundesfamilienministeriums hat „mittenmang“ in Schleswig und Bad Segeberg seit 2005 Menschen mit Behinderungen als Freiwillige in den Mittelpunkt gestellt. „Diese Personen werden oft nur als Hilfeempfänger gesehen und nicht als engagierte Menschen für andere“, sagt Schmidt über den wichtigsten Ansatz der „mittenmang“-Arbeit.

Menschen, die selbst gehandicapt sind, helfen anderen im Alltag, unterstützen Senioren oder Familien, sind für ihre Nöte da. Sie leisten – unterstützt von den Freiwilligenzentren – nicht nur einen ehrenamtlichen Beitrag für die Integration anderer, sondern auch für sich selbst. Insgesamt 70 Aktive konnten bisher im Kreisgebiet gewonnen werden.

Endlich packe mal einer das Thema „Inklusion“ – das heißt die Teilhaber von Menschen mit Behinderungen – wirklich an, freute sich Wilfried Meusel, doch finanziell helfen konnten er und seine Ausschusskollegen nicht. Einen Zuschuss von 28 500 Euro hatte „mittenmang“ für 2009 beantragt, ergänzend vor allem zu den rund 80 000 Euro, die von Land und Bund im Rahmen des Modellprojektes „Freiwilligendienste aller Generationen – Leuchtturm“ für drei Jahre jährlich zur Verfügung stehen.

Doch die Haushaltslage des Kreises ließ diese Bezuschussung nicht zu. Das Fell war bereits verteilt: 14 Träger der freien Wohlfahrtspflege werden im kommenden Jahr mit insgesamt 60 800 Euro bedacht.

Eine Bewilligung weiterer Mittel wäre gleichbedeutend gewesen mit einer Missachtung des eigenen Haushaltskonsolidierungs-Konzeptes. Dies wiederum hätte es der Kommunalaufsicht unmöglich gemacht, dem Kreishaushalt zuzustimmen. Gleiches gilt für einen von Meusel ins Gespräch gebrachten Anerkennungsbetrag von 3000 Euro. Ausschussvorsitzende Gertrud Reinwand (CDU): „Wir sagen vielen Dank für ihre freiwilligen Leistungen und hoffen, dass wir ihnen in den kommenden Jahren helfen können.“

 

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